Bukarest auf den Barrikaden

Wir stehen in dem kleinen „Alimentara“, eine Art rumänischer Tante-Emma-Laden, an der Ecke unserer Straße. Ich will mir noch schnell eine Flasche Wasser kaufen, bevor meine Mitbewohnerin und ich uns zum Sportkurs aufmachen wollen. Plötzlich hören wir von draußen Rufe und sehen wie eine Masse an Menschen an den vergitterten Fenstern des Geschäfts vorbeizieht. Es sind Demonstranten, vereinzelt ausgerüstet mit rumänischen Fahnen und einem Megafon. Der Geschäftsbesitzer verzieht besorgt-verärgert das Gesicht. Wahrscheinlich ist ihm bange um seine Ware. Schließlich haben Demonstranten in der Nacht auf vergangenen Montag nach Londoner Riots Stil in Geschäfte eingebrochen. Das geschah am großen Platz der Stadt dem Piata Unirii, wohl nicht zu Unrecht Platz der Vereinigung genannt. In diesen Januartagen wird er zum Platz der Versammlung der zwar nicht unbedingt vereinten, aber in ihrem Unmut einigen Demonstranten. Nun sind sie auch bei uns angekommen, in unser ruhiges Stadtviertel am Rande des Zentrums. Ein paar der Demonstranten betreten den Laden. Einer bestellt Kaffee, wahrscheinlich um sich aufzuwärmen, denn draußen herrschen Temperaturen um den Minusbereich. Von Hooligans und anderen Ladenrandalierern keine Spur. Nur ein bisschen mehr Kundschaft als sonst. Wir verlassen das Geschäft und treten in die Reihe der ca. 100 Demonstranten ein, die anscheinend auch in unsere Richtung laufen. Manche haben Plakate mit dem Kernsatz der Demonstrationen in der Hand, gerichtet gegen den Präsidenten des Landes: „Jos Basescu“, „Nieder mit Basescu“. Sie fangen zu skandieren an, irgendetwas mit „wir haben Hunger“…und afara, afara tot guvernul din tara – was so viel heißt, dass die Regierung abhauen soll. Mittlerweile haben sich die Demonstrationen auf einen allgemeinen Regierungsprotest zugespitzt.
Angefangen hat es bei Krankenwägen. Die hätten nämlich, jedenfalls die vom staatlichen Rettungsdienst, nicht mehr fahren sollen. Präsident Basescu wollte den staatlichen Krankentransport der SMURD, so deren Abkürzung, einstellen und dafür private Anbieter zum Zug kommen lassen. Das wäre eigentlich nur ein weiterer Schritt in der ohnehin vom Staat forcierten Auslagerung des maroden, staatlichen Gesundheitssystems auf den privaten Sektor gewesen. Schon heute werben private Kliniken intensiv um Kunden. Das Angebot wird in der Bevölkerung gerne angenommen. Lieber den Doktor gleich mit Geld bezahlen, anstatt mit Bestechungsgeld und selbst gemachten Käse ins staatliche Krankenhaus zu gehen. Dazu bezahlt man noch einen staatlichen Versicherungsbeitrag, obwohl die Kosten für Therapie und Medikamente sowieso in den meisten Fällen nicht übernommen werden. Eigentlich ein Wunder, dass die Rumänen nicht längst für ein besseres Gesundheitssystem auf die Straße gegangen sind.
Doch bei dieser neuen Gesetzesinitiative zur Privatisierung, gab es zum ersten Mal substantiellen politischen Gegenwind. Und zwar ausgerechnet von einem Palästinenser, nämlich dem Unterstaatssekretär des rumänischen Gesundheitsministeriums, Raed Arafat. Der Arzt, der in Rumänien studiert und das staatliche Krankentransportwesen SMURD im Land aufgebaut hat, drohte damit sein Amt zu verlassen, wenn die Gesetzesvorlage tatsächlich umgesetzt werden sollte. Dazu kam es auch am 10. Januar. Vereinzelt gingen ein paar Leute auf die Straße, um gegen die Amtsausscheidung Arafats zu demonstrieren. „Wir wollen Arafat“, war die Anfangsparole. Inzwischen hat der Regierungschef am 16. Januar eilends Herrn Arafat wieder eingestellt. Zu spät aber, um die Proteste zu stoppen. Bei diesen geht es längst nicht mehr um das Gesundheitssystem, das ganze System wird nun angeprangert. Im Fernsehen sieht man Bilder, wie, nicht nur in Bukarest, sondern in fast allen größeren, rumänischen Städte, Menschen Plakate hochhalten, mit Aufschriften, wie „22 Jahre umsonst?!“ oder „Basescu ins Gefängnis“. Auch wenn manche Medien sich bemühen den Protest als Ausfälligkeiten von Extremisten, Hooligans und Punkern zu deuten. Sicher haben ein, zwei Autos gebrannt und Läden wurden ausgeraubt, aber ein Großteil der Demonstranten hat es nicht auf Brand, sondern Botschaft angelegt, nämlich den Regierenden ihren Unmut kundzutun über die Zustände im Land. Viele beklagen, dass sich im Land nichts oder nur wenig getan hat seit der Revolution. Die alten Kaderfunktionäre sind die Turbokapitalisten von heute. Meine Kollegin am Goethe-Institut meint, dass auf der Forbesliste der reichsten Personen in der Welt, die Rumänen darunter allesamt Ex-kommunisten seien. Sie hatten das Kapital, um die veräußerten staatlichen Betriebe nach dem Zusammenbruch aufzukaufen. Doch sie stellen nicht allein die wirtschaftliche Macht Rumäniens dar. In Parlament und Regierung stünden sie jetzt als die ehemaligen Hintermänner Ceausescus in der ersten Reihe. In der Tat gab es in Rumänien keine gründliche „Säuberung“ der politischen Klasse. Es blieb größtenteils beim kurzen Prozess mit dem Diktator. Das ist aber nicht der einzige Grund für die Unzufriedenheit der Rumänen mit ihrer politischen Klasse. Korruption ist das weit größere Problem. Und dabei geht es nicht nur um ein paar Politbonzen, die große Karossen fahren und luxuriöse Villen bewohnen. Der kleine Diebstahl in den Behörden ist es, der vor allem das Vertrauen des Bürgers in den Staat zermürbt. Selbst mit Papierkrieg ist in der rumänischen Bürokratie nicht unbedingt etwas gewonnen. Ein Bekannter arbeitet selbst beim Auswärtigen Amt und beantragte für einen Auslandsaufenthalt in Warschau zusätzlich zu seinem Gehalt von 700 Euro im Monat, eine Zusatzvergütung für Wohnkosten etc.. Nicht nur hat er das Extrageld nie bekommen, sondern auch für einen Monat gar kein Gehalt erhalten. Kein Wunder, dass viele Rumänen ihr Vertrauen in den Staat verloren haben. Es ist ein Teufelskreis – der Polizist, der nur knapp 200 Euro im Monat verdient und eine Familie zu unterhalten hat, warum sollte er nicht Bestechungsgelder annehmen? In letzter Zeit muss der rumänische Staat extrem sparen. Die Krise 2008 hat das Land stark belastet. Kredite von der EU und der Weltbank müssen nun abbezahlt werden. Daher haben rumänische Politiker „vorübergehend“ rigide Maßnahmen eingeleitet. Das Gehalt von Beamten wurde um ein Viertel gekürzt, gleichzeitig wurden Lohnsteuerabgaben auf 24% erhöht, so auch die allgemeine Mehrwertsteuer. Hinzu kommt, dass ein Teil der Entschädigungszahlungen an Revolutionäre, sogenannte „Kämpfer mit besonderen Verdiensten“ gestrichen werden sollen. Es wird ohnehin gemutmaßt, dass ein Teil dieser Kämpfer gar nicht echt, sondern falsch sind, sprich sie bei der Revolution nie auf der Straße waren. Dieser Verdacht zeigt, dass auch in der Zivilgesellschaft kleine Tricksereien durchaus an der Tagesordnung sind. In Rumänien, so habe ich manchmal den Eindruck, gilt das Gesetz des „Smecher“, wer „gewieft“ ist, verkauft einen Gebrauchtwagen einem Freund eben mal für 200 Euro mehr als man ihn selbst erstanden hat, wie ein Bekannter mir sich ins Fäustchen lachend berichtete.
Doch zurück zu den Demonstranten. Es sind vor allem Studenten, die sich auf die Straße wagen. Hinzu kommen ein paar enttäuschte Rentner und Revolutionäre und ein paar Umweltschützer, die gegen Rosia Montana, das Großprojekt des rumänischen Staates in dem kleinen Karpatenort Zyanid zu schürfen, (eine Art rumänisches S21) sind. Ähnlich der anderen Proteste des vergangenen Jahres, sind es die Jungen, die eine Veränderung wollen. Ihre Wut hat etwas von der Systemwut der Wallstreet Okkupierer, aber es geht weniger um Banken- und Konsumkritik als um Kritik an der speziell rumänischen politischen Klasse. Auch sie gehören nicht zur Speerspitze einer bestimmten Partei, manche stehen sogar ganz außerhalb des politischen Parteienspektrums. Meine Mitbewohnerin Andreea, Designstudentin, setzt allerdings auf die Grüne Partei, die wohl auch in Rumänen am ehesten die politischen Vorstellungen der urbanen (akademischen) Großstadtjugend aufgreift. Ansonsten scheinen die Demonstranten eher eine ziellose Antipolitik Agenda zu verfolgen mit Basescu (der schweigt übrigens bisher zu den Protesten) als Antifigur. So wie es ist, kann es nicht bleiben. Allein die prekären Umstände in Rumänien sind Grund genug, um Leute auf die Straße zu treiben. Und da ist noch der Stolz. Immer wieder stößt man in Forenbeiträgen zu den Demonstrationen auf die Stolzfrage. Können wir stolz sein auf unser Land? Hat es überhaupt noch einen Sinn hier zu leben? Oder soll man es wirklich nach den Worten Basescus tun, der seinen Bürgern anscheinend patzig entgegenwirft: wem es in Rumänien nicht passe, der solle gehen? Ist die politische Klasse wirklich eine unbewegliche Masse, die immer noch im Morast kommunistischer Klüngelwirtschaft feststeckt? Die nächsten Tage werden zeigen, was passieren wird. Entweder die Demonstranten werden, bezwungen von Kälte und Demotivation, langsam nach und nach aufgeben. Oder es wird tatsächlich noch mehr Tumult geben im Land, sodass Basescu einlenken muss. Ich weiß es nicht. Nur, man sollte den Unmut der Bevölkerung nicht unterschätzen.

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Veganes Weihnachtsfasten und tierische Neujahrssänger

Heute morgen wurde er eingepackt, der Baum aus dem Foyer des Goethe Institutes. Die roten und goldenen Girlanden, die den Baum kitschig geschmückt haben, liegen wieder aufgerollt in ihrer Schachtel und die dürren Äste im schwarzen xxl-Müllbeutel verschwunden. Auch auf den großen Boulevards der Stadt blinkt es nicht mehr in schrillen Farben als läge Rumäniens Hauptstadt nicht in der kontinentaleuropäischen Steppe gebettet, sondern in der heißen Wüste Nevadas und wäre ein Glücksspielparadies. Die Lichter sind aus, Weihnachten ist vorbei.
Natürlich war auch ich zu Weihnachten daheim, habe den Heilig Abend unter einem deutschen Tannenbaum mit Lametta, anstatt Girlanden gefeiert und Würstchen mit Kartoffelbrei und Sauerkraut gegessen, anstatt Sarmale, die balkanischen Krautwickel, die es hier zu jedem Feiertag und Fest gibt. Die Vorweihnachtszeit ging im Großen und Ganzen unspektakulär vorüber, die hetzende Menge in der Stadt wurde nur etwas dichter und die Lichter eben mehr und bunter. Vielleicht fallen die adventlichen Vorbereitungen deswegen etwas schlichter aus, weil in der orthodoxen Kirche die Tradition des Fastens vor Weihnachten immer noch lebendig ist. In den Supermärkten gibt es überall „Produse de post“, vegane Fastenprodukte, im Angebot. Fasten heißt hier nämlich in erster Linie keine tierischen Produkte essen. Die Regale sind natürlich trotzdem voll von Süßigkeiten und die Konditoreien bieten ebenso „Produse de post“ an. Aber vielleicht sollte man das gar nicht so abwegig finden, wenn man bedenkt, dass der deutsche Stollen ehemals auch ein Fastenbrot gewesen ist.
Sfantul Nicolae, der Heilige Nikolaus füllt natürlich auch hier die Stiefel, aber der Schoko-Adventskalender, den mir meine Mutter geschickt hatte, war für meine Mitbewohnerinnen neu. Sie waren sehr begeistert von den vielen, kleinen Türen mit verheißungsvollem Inhalt – vielleicht zu begeistert, um dem von mir erklärten Prinzip des Tag für Tag ein Fenster aufmachen strikt zu folgen. Mitte Dezember war der Kalender leer. Allgemein scheinen die Feierlichkeiten erst richtig mit dem 24. anzulaufen. Dann wird nämlich nach dem Sarmale essen, erst mal „colindat“, es wird Weihnachtslieder singend von Haus zu Haus gezogen, meist bis morgens früh. Für den Heilig Abend, den ich während der Zeit meines FSJs in Rumänien verbracht habe, erinnere ich mich, dass ich irgendwann um 5 Uhr morgens mit meiner Gastschwester vom Colinde singen nach Hause gekommen war. Wohl der anstrengendste Heilig Abend meines Lebens.
Die traditionellen Colinde-Sänger gehen außerdem zwischen Weihnachten und Neujahr mit einem als „Ziege“ oder als Bären verkleideten Mann/Männern umher. Die Ziege, anders als der Bär mit echtem Fell, ist nicht unbedingt realistisch dargestellt, sondern mit bunten Papierschnipseln und eigenartigem Kopfputz geschmückt. Der Stil der Verkleidung liegt irgendwo zwischen chinesischen Neujahr- Drachen und alemannischen Fasnetfratzen. Für mich haben die rumänischen Bräuche etwas sehr archaisches, mystisches. Wahrscheinlich liegt das an ihrer engen Verbindung zu bäuerlichen, heidnischen Traditionen. Dort soll auch der Brauch der Ziege seinen Ursprung haben, als ein Relikt früherer Toten- und Götterreinkarnationsfeiern.
Der Weg von der byzantinisch-orthodoxen Mystik mit ihren Weihrauchschwaden und sonderbaren rituellen Handlungen zu noch mehr befremdlichem Aberglauben ist meist nicht weit. Vor allem im ländlichen Rumänien . Meine Mitbewohnerin Anca, die aus dem Norden Rumäniens stammt, erklärte mir beispielsweise, dass eine Schwester ihrer Großmutter am bösen Blick gestorben sei, weil die Nachbarin das Kind zu lange angeschaut hätte. Der böse Blick bot für sie also eine Erklärung für das Unerklärliche. Darum spinnt sich Aberglaube, zumindest hier in Rumänien, als eine Erweiterung um das eigentlich schlichte, theozentrische Weltbild des Christentums. Vielleicht nur ein protestantisch gesinnter Geist wie meiner tut dies als Aberglaube ab. Für die orthodoxen Rumänen gehört der böse Blick, vor dem man Kinder bereits gleich nach der Geburt durch ein rotes Wollbändchen am Arm schützt, eben genauso zu den Auswirkungen göttlicher Macht, zumal es auch „gute“ und „böse“ Heilige gibt. Im nächsten Eintrag werde ich noch mehr zur Religiosität der Rumänen schreiben, unter anderem zu dem Bukarester Bauprojekt einer orthodoxen Megakirche direkt hinter dem Palast des Volkes. Bis dahin: La multi ani! Ein gutes, neues Jahr!

Anstatt Bildern diesmal zwei Youtubevideos zu den rumänischen Weihnachtsbräuchen:

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Roter Stern in der Vitrine

Während durch die Verleihung des Deutschen Buchpreises an Eugen Ruge für seinen Roman „In Zeiten des abnehmenden Lichtes“, das Augenmerk der Öffentlichkeit mal wieder für kurze Zeit auf dem Kapitel DDR der deutschen Geschichte ruhte, lieferte zur gleichen Zeit in Rumänien die Idee eines Museums den Stoff für hitzige Diskussionen um Vergangenheit und Vaterland. Die Kultur des Erinnerns an sich, so scheint es, steht zur Verhandlung, denn es geht nicht um irgendein Museum, sondern ein Museum des Kommunismus, dessen Gründung auf einer Initiative der aktuellen Regierung hin vorgeschlagen wurde. Im Palast des Parlamentes, in Ceausescus gigantischer Volksresidenz, sollen die Museumsräume eingerichtet werden. Platz dafür gäbe es reichlich. Bisher wird schätzungsweise nur ein Drittel des Gebäudes vom Parlament, Senat und dem ebenfalls integrierten zeitgenössischen Kunstmuseum regelmäßig genutzt. Obwohl bisher keine konkreten Pläne, sondern allein die Idee zu diesem Museum bekannt gegeben wurden, sind schon zahlreiche Kommentare im Umlauf über Sinn und Unsinn eines solchen Vorhabens. Das Thema Kommunismus ist heikel, ohne Frage. Etwas mehr als zwanzig Jahre sind keine lange Zeit, Zeugen der Dekaden davor gibt es noch genug. In diesem Fall geht es nicht darum, dass in Vitrinen ausgestellte Scherben und Steine von Historikern kommentiert werden, sondern es wird Geschichte dokumentiert sein, die von einigen, wenn nicht den meisten Besuchern noch gelebt wurde. Wahrscheinlich macht das auch die große Summe an Stimmen aus, die über ein eventuelles Museum des Kommunismus debattieren. In den Zeitungsartikeln, die ich gelesen habe, wurden vor allem folgende Meinungen vertreten. Die einen meinen ein Museum des Kommunismus sei überflüssig, weil es bereits ein Museum der Opferverbände im ehemaligen Staatsgefängnis in Sighet gibt. Die Befürworter halten dagegen, dass dieses Museum schon allein wegen seines provinziellen Standortes, aber auch seines Anspruches wegen, nicht repräsentativ sei. Eines in der Hauptstadt wäre zudem Anziehungspunkt für Touristen. Andere wiederum sehen keinen Sinn in einer musealen Aufbereitung der kommunistischen Geschichte. Für sie ist es eine unmögliche Mission ähnlich „Bungeejumping“ oder trivial wie das Sex Museum in Amsterdam. Neben den seltenen Vergleichen drückt sich die Frustration über die aktuelle politische Lage aus. Das kommunistische Regime sei noch gar nicht tot, also noch nicht Geschichte, sondern würde in den alten Funktionären, die an der Macht geblieben sind, fortbestehen. Und der einschneidenste Beweis, dass alles so schlecht wie früher, aber auf keinen Fall besser sei, ist die Korruption in Rumäniens Politik, der marode Staatshaushalt, die niedrigen Löhne etc.. Es sind nicht nur die Nostalgiker, die sich zu Wort melden. Anders als meine Mitbewohnerin die scheinbar gemeinsam mit ihren Eltern die vielgerühmten Süßigkeiten kommunistischer Kindertage vermisst, schwelgen die meisten nicht in Erinnerungen an die „alte Zeit“. Trotzdem haben manche Angst, so scheint es, dass durch die Diskreditierung dieser alten Zeit, ihnen ihr Kapitel in der Geschichte verfremdet, gar weggenommen wird. Es geht um das Erzählen der Geschichte, aber vor allem auch wer sie erzählt. Auf keinen Fall die Anti-Kommunisten, sagen die Kritiker des Projektes, die sich vor allem im linken Blog criticatac zu Wort melden, sonst würde das Museum zum Rehabilitationsraum des von ihnen erlittenen Unrechts werden. Die Neutralität der Darstellung könnte bei den gegebenen Initiatoren, die Regierung, ja gar nicht gewahrt sein, argumentieren sie weiter. Das Museum des Kommunismus sei in seiner Grundidee nichts weiter als ein politischer Coup, der nun kurz vor den Wahlen, die Stimmung und vor allem die Stimmen der Bevölkerung auf Seiten der Regierung schlagen soll. Natürlich gibt es auch andere Meinungen. Solche, die die Gründung eines derartigen Museums begrüßen und es als wichtigen Schritt bei der Aufarbeitung der Vergangenheit ansehen. Ein Kommentator auf Dilema veche ist erstaunt, wie viel Gegenwind das Projekt schon vor seiner konkreten Planung erfährt – das die Gestaltung des Museums später zu Debatten führen würde, wäre zu erwarten gewesen, nicht aber so früh. Indessen beruhigt sich wieder die Diskussion um das Museum. Auch wenn die Idee nicht verwirklicht werden wird, bisher hat sie auch in ihrem Status als abstrakter Vorschlag den Geschichtsdiskurs in der rumänischen Gesellschaft belebt. Die Ära Ceausescu ist, auch das zeigen die vielen Meinungen zum Museum einmal mehr, im öffentlichen Gedächtnis immer noch prävalent. Ich glaube eine Aufarbeitung des Kommunismus in Form eines Museums könnte Rumänien nicht schaden. Im Gegenteil – vielleicht würde ein Reflektieren über die Vergangenheit das Durchwurschteln im Wirrwarr heute ein bisschen sortieren. Probleme könnten anders angegangen werden, wenn man eine der Wurzeln untersucht. Bestenfalls könnte ein solches Museum auch einen heilenden Effekt haben für die Wunden, die das Ceausescu-Regime nicht nur in den Boden der Hauptstadt gerissen hat, sondern auch in der Seele der Nation hinterlassen hat. Einfach, weil es einen repräsentativen Raum gibt, der das erfahrene Leid dokumentiert und ausstellt. Wahrscheinlich ist allen klar, auch denjenigen, die das Kapitel Kommunismus gerne totschweigen würden, dass in Rumänien etwas geschehen muss. Solange die rumänische Politik korrupt und die Chancen auf ein mehr als existenzsicherndes Einkommen gering bleiben, werden viele ihre Sachen packen und gen Westen auswandern. Um das zu ändern, braucht es eine stabile Demokratie. Vielleicht könnte das Planen eines solchen Museum wieder mehr Leuten ein Forum bieten ihre Meinung zu äußern, die von der aktuellen Politik verdrossen sind. Vielleicht ist das Projekt aber einfach nur ein Zankapfel, der irgendwann auf der Müllhalde der gutgemeinten Ideen liegen bleibt. Wer weiß.

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Eleganz

Selbst H&M wird in Rumänien zu etwas Besonderem. Seit neuestem haben ein paar Filialen im Land aufgemacht. Meine ehemalige Gastmutter erklärte mir H&M sei hier eine Marke, zu exklusiv für ihren Geldbeutel. H&M, kein Symbol für Massengarderobe wie bei uns, sondern ein Versprechen von Hippness und Exklusivität – wer hätte das gedacht. In Bukarest ist es das Geschäft am größten Platz der Stadt. Gerammelt voll wie bei uns mit zerwühlten Verkaufstischen ist es zwar nicht. Aber trotzdem scheint die Jugend der Stadt den Laden für sich entdeckt zu haben. Auch wenn ein Großteil der Bevölkerung immer noch mit einem durchschnittlichen Monatslohn von 300 Euro auskommen muss, gibt es vor allem in der Hauptstadt eine kleine Mittelschicht, die es zu bescheidenem Wohlstand gebracht hat. Die Tische der Cafés, die sich in den kleinen Sträßchen des Centrul Vechi eng aneinander reihen, sind nicht nur an Wochenenden besetzt mit schick gekleideten Mittzwanziger. Wenn Business, dann hier in Bukarest, so scheint es.

Auf Eleganz legt man allgemein großen Wert. Sonntags sind die Parks überfüllt mit Spaziergängern, jungen Familien, verliebten Pärchen und vor allem Rentnern. Die alten Damen sitzen auf den Bänken und halten ein Schwätzchen, im schönsten Sonntagskleid, mit Hut und rot geschminkten Lippen. Auf ein perfektes Äußeres achtet jede Bukaresterin, egal ob jung oder alt. Die alten Männer sitzen derweil um die Schachtische aus Stein gruppiert und diskutieren über Gott und die Welt und den nächsten Zug.

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Der gute Ton

Was lässt sich nach ungefähr zwei Wochen über mein neues Gastland Schottland sagen? Nun, zunächst einmal, das hier doch einige Dinge ganz anders laufen, als in Deutschland oder allgemein „on the continent“. In erster Linie zu nennen wäre da natürlich die Mentalität, die, auch im stets auf seine Autonomie pochenden Schottland eher britisch denn europäisch ist. Der inflationäre Gebrauch des Wortes „Sorry“ (selbst dann wenn die Schuld klar beim Gegenüber liegt) oder eine unerschütterliche Disziplin beim Anstehen, das sind Charakterzüge, die allgemein bekannt sein dürften. Doch es gibt noch andere Dinge, die hierzulande zu den Höflichkeitskonventionen gehören: Gleich bei meiner Auskunft machte ich beispielsweise die überaus positive Erfahrung, dass man es in Großbritannien als eine Art nationale Pflicht ansieht, wegsuchenden Mitmenschen ausführlich und engagiert bei der Wegfindung zu assistieren. Selbst der geschäftigste Herr im Business-Anzug wird die Bitte um Hilfe in einem solchen Fall kaum abschlagen. Bisweilen kann es sogar passieren, dass Passanten besonders hilflos wirkenden Touristen auch von sich aus Hilfe bei der Wegfindung anbieten und besorgt nachfragen, ob man sich verlaufen habe. Besondere Höflichkeit wird auch Personen des öffentlichen Dienstes zuteil: So gehört es beispielsweise zum guten Ton, sich beim Aussteigen mit einem kurzen „Cheers!“ oder „Bye“ vom Busfahrer zu verabschieden.

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Fiare vechi, Fiare noi

Wenn ich morgens das Fenster öffne, sehe ich nicht nur, sondern höre auch, dass ich in einer fremden Stadt bin. Hunde bellen lautstark und der Strom der Autos füllt wie jeden Morgen und wie in jeder Stadt der Welt die Straßen. Aber unverkennbar ist der Ruf: fiare vechi, fiare vechi, fiare noi, fiare noi – altes Eisen, altes Eisen, neues Eisen, neues Eisen. Es sind vorbeiziehende Roma, die ihre Ware anpreisen. Der Ruf hat eine spezielle Intonation, mehr gesungen als gesprochen, wie ein Takt aus einem der melancholischen Volkslieder, die hier gerne gehört werden. Im Fernsehen gibt es  einen Sender, Ethno TV, auf dem den ganzen Tag rumänische Volkslieder laufen. Folkloristisch mutet auf den ersten Blick auch das Leben der Roma an, die teilweise noch wirklich mit dem Planwagen von Ort zu Ort ziehen. Die Roma verteilen sich auf verschiedene „Stämme“, habe ich mir von einem befreundeten Roma erklären lassen. Die Zugehörigkeit definiert der Beruf.
Die Eisensammler, beispielsweise sind die sogenannten Spoitori, zu übersetzen als diejenigen, die das Eisen bearbeiten. Dann gibt es noch die Urzari, die sogenannt werden, weil sie früher einen Tanzbären (rum. Urs) mit sich herumführten. Und noch viele andere. Neben den traditionell lebenden Roma, haben sich andere der Mehrheitsgesellschaft angepasst und gehen ganz „normalen“ Berufen nach. Trotzdem bleiben die Roma eine Minderheit, die von der Öffentlichkeit größtenteils diskriminiert wird.
Besagter Freund erzählte mir von den Schwierigkeiten seines Sohnes in der Schule. Als er von einem anderen Jungen gehänselt und geschlagen wurde, beschuldigte die Lehrerin ihn, denn so ein Verhalten sei für einen Roma ja typisch. Und auch in Gesprächen mit meinen Mitbewohnerinnen kommen Ressentiments gegenüber Roma gelegentlich zum Ausdruck. Kurz gesagt werden Roma allgemein als asozial abgestempelt. Diese Art von Rassismus stört hier nicht die political correctness. Als ich nach einer Wohnung in Bukarest gesucht hatte, war in einer Anzeige ausdrücklich vermerkt, dass nicht an Roma vermietet werde. Dennoch gibt es Bemühungen dem allgemein negativen Bild, das die Roma in der rumänischen Gesellschaft haben, entgegenzuwirken. Meine Mitbewohnerin Anca, die selbst ein großes Interesse an der Lebensweise der Roma zu haben scheint, lud mich neulich zur „Gala der Chancengleichheit“ ein. Eine Veranstaltung rund um das Problem der Diskriminierung der Roma, im Kulturhaus der Studenten.
Eine junge Roma, Studentin der Theaterhochschule in Bukarest, führte dort ein bewegendes Theaterstück auf. Es erzählt von ihrem Leben, wie sie als Roma in eine sehr arme Familie geboren täglich mit den widrigen Umständen ihrer Umgebung kämpfen musste – dem Dreck, den fehlenden sanitären Anlagen in ihrer Wohnung, dem Alkoholproblem ihrer Familie. Aber darüber hinaus auch von den ganz normalen Problemen eines Teenagers, der ersten großen Liebe und wie sie sich schämt, ihrem Freund zu zeigen, wo sie wohnt. Überhaupt fühlt sie sich als Roma stigmatisiert und wünscht sich, eine ebenso helle Haut wie ihre Freundinnen zu haben. Das Setting, in dem sich ihre Geschichte bewegt, ist nicht ungewöhnlich. Ungewöhnlich ist, dass sie es aus eigener Anstrengung geschafft hat zu studieren. Das Theaterstück bleibt unkommentiert. Es folgt keine Diskussion über das Problem im Allgemeinen. Einerseits vielleicht eine verpasste Chance die Meinungen der anwesenden rumänischen Studenten zu hören, andererseits wirkt das Stück vielleicht so noch länger in den Köpfen nach, ohne dass es zerredet und zu Ende analysiert wird.

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Zwischen Orient und Okzident

Wo befinde ich mich eigentlich? Noch im Okzident oder schon im Orient? Es ist nicht leicht zu sagen. Die Rumänen selbst sprechen vom Westen, also vom Okzident. Das Land zählt sicherlich nicht zum herkömmlichen Westen, zum Herzen des alten Europas – aber zum Orient? Die Peripherie Europas ist irgendwie zwischendrin. Eine Grenzlinie ist schwer auszumachen, vielleicht läuft sie sogar direkt durch Rumänien. Der westliche Teil des Landes, Transsilvanien mit seinem berüchtigten Dracula-Ruf, ist geprägt von der Habsburger Monarchie. Die alte Architektur verweist auf die ehemaligen Siedler, die Siebenbürger Sachsen. Übrigens nicht im strengen Sinne sächsisch. Die „Sachsen“ wanderten aus der Gegend zwischen Trier, Köln und Lüttich nach Siebenbürgen ein.
In einer beachteten Zeitung des Landes, der „dilema veche“ (das alte Dilemma) wurde einmal in einem Artikel die geographische Lage Rumäniens debattiert. An und für sich auch ein altes Dilemma, so scheint es. Der Südosten des Landes wurde dort dem Balkan zugerechnet, obwohl, streng geographisch gesehen, zum Balkan nur die Länder der Balkanhalbinsel gehören. Aber kulturell gesehen ist diese Verortung nicht unbedingt falsch. Auch wenn die rumänischen Fürstentümer im Osten des Landes, die Wallachei und die Moldowa, auch unter osmanischer Oberherrschaft ihre Eigenständigkeit bewahren konnten, sind die Einflüsse dieser Zeit bis heute spürbar. In Wein- oder Krautblättern gewickeltes Hackfleisch isst man fast überall auf dem Balkan. In Bukarest sieht man immer wieder mit gedrechselten Säulen und Spitzbögen verzierte Fenster, im osmanischen Stil. Und an der Schwarzmeerküste lebt bis heute eine kleine türkische Minderheit Moscheen gehören dort zum Stadtbild.

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Flickenteppich Bukarest

Man mag sie nicht. Bukarest die hässliche, die laute, dreckige Stadt. Nicht nur einschlägige Foreneinträge über Reisen in die Stadt lassen sich über die Unzulänglichkeiten der rumänischen Metropole aus. Auch die Rumänen selbst wissen oft, nur wenig Gutes über ihre Hauptstadt zu sagen. Die meisten reagierten, als ich ihnen erzählte, dass ich ein halbes Jahr ein Praktikum beim Goethe Institut in Bukarest machen würde, etwa so: „Ach, Bukarest? Warum nicht Brasov oder Sibiu? Da ist es doch viel schöner. Und die Menschen sind viel freundlicher.“ Der gemeine Bukarester ist nämlich in den Augen der Provinzbewohner arrogant, unhöflich, unachtsam, immer in Eile.
Meine Erwartungen sind dementsprechend, als ich am Flughafen in Bukarest ankomme. Stimmengewirr und Erwartungsfreude auf den schwitzenden Gesichter der Menschen, die dicht gedrängt in der kleinen Eingangshalle auf ihre Lieben warten – die Gastarbeiter mit dem deutschen Kaffee im Gepäck – sind die ersten Eindrücke, die mich empfangen. Vor dem kleinen Flughafengebäude, mit dem bröckelnden blauen Putz, warten die Taxifahrer in Reih und Glied. Natürlich möchte ich in die Stadt, aber nicht für 100 Lei, beinahe dem Dreifachen des üblichen Preises. Nachdem ich mich mit dem Fahrer auf moderate 40 Lei geeinigt habe, geht es los in den Großstadtverkehr. Es wird gedrängelt und überholt an den unmöglichsten Stellen. In puncto Hektik und Eile, scheint sich das gängige Bild Bukarests zu bestätigen. Die Stadt hat ein anderes Tempo als das einer durchschnittlichen größeren Stadt in Deutschland. Sicher Bukarest ist die Hauptstadt, aber vielleicht gelten hier auch einfach andere Regeln.

Und ja, man kann es nicht leugnen. Die Stadt ist ein Zeugnis der Armut, die im Land herrscht. Menschen, die offensichtlich auf der Straße leben und um ein paar Lei betteln, die meisten darunter  gehören der Minderheit der Roma an, sind keine Seltenheit. Müll und streunende Hunde prägen das Stadtbild. An heißen Tagen kommt es einem so vor als wäre die ganze Stadt mit einer dicken Staubschicht überzogen. In der stehenden Hitze scheint die Stadt vor sich hin zu siechen. Die Luft ist dicht. Es stinkt aus den Löchern der Hausruinen und den Löchern im Asphalt, in denen sich der Müll angesammelt hat.

Die Stadt ist im wahrsten Sinne des Wortes ein Flickenteppich. Kein schön gewebter Quilt, bei dem die Stoffstücke fein ausgewählt wären, eines schöner als das andere. Es sind wirklich größtenteils Flicken, aus denen sich die Stadt zusammensetzt. Hier und da gibt es ungestopfte Löcher. Und mitten drin der alles dominierende Prachtbau Ceausescus, sein Haus des Volkes. Das zweitgrößte Gebäude der Welt nach dem Pentagon, schüchtert den Betrachter mit seinen neoklassizistischen Säulen- und Bögenreihen ein, die wie Böden einer Torte aufeinander geschichtet sind. Nach dem abrupten Ende der „goldenen Ära“ Ceausescus, (die Rumänen waren das einzige Volk des Ostblocks, das seinen Diktator exekutieren ließ) residiert nun wirklich das Volk dort. Seit 1997 tagt in dem Gebäude das Parlament.
Nein, manches hier passt wirklich nicht zusammen. Beispielsweise ein hässlicher Wohnblock der 60er Jahre im Einheitsgrau, daneben klein und geduckt ein einstöckiges Gebäude im ländlich, klassischen Stil. Der Putz bröckelt und lässt den Ton der Farbe in dem das Gebäude ehemals gestrichen wurde, allenfalls erahnen. Verblasste Schönheit findet sich oft direkt neben der Monstrosität der kommunistischen Sichtbetonarchitektur. In den Wohngebieten gibt es, auch immer wieder klassizistische Villen zu sehen, die meisten allerdings in einem schlechten baulichen Zustand. Leider werden daher immer mehr der alten, schönen Häuser abgerissen. Fast wie zu Zeiten Ceausescus, der ganze Viertel abreisen ließ, um seiner Vision der großen Prachtbauten und -boulevards Platz zu machen. Man muss Geduld mit Bukarest haben. Es ist nicht pittoresk wie Prag, das dem Besucher auf den ersten Blick seine Schönheit entfaltet. Die Patina auf den Gebäuden wirkt hier nicht nur romantisch, sondern auch traurig – aber das liegt ja bekanntlich nah beieinander.

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